IOV – Interne Organisation und Verantwortung

Hintergrund

Große Aufmerksamkeit und mediales Interesse erlangt die Agrar- und Ernährungsbranche immer dann, wenn Krisen und Skandale lokal oder über nationale Grenzen hinweg auftreten. Zeit zur Vorbereitung gibt es in diesen Situationen für alle Betroffenen und Verantwortlichen in der Regel nicht. Ob ein Unternehmen oder eine Wertschöpfungskette eine Krise erfolgreich bewältigen kann oder nicht, hängt in erster Linie davon ab, wie gut die Verantwortlichen auf eine eventuell eintretende Krise oder Ausnahmesituation vorbereitet sind und in den ersten Minuten oder Stunden einer Krise auf diese reagieren. Typische Auslöser von Krisen können Naturkatastrophen, Tierseuchen, Managementfehler oder auch kriminelle Handlungen und Anschläge sein. Daher ist es umso wichtiger, sich bereits im Vorfeld auf derartige Ernstfälle vorzubereiten, um in Krisensituationen besonnen und richtig reagieren zu können.

Die Kursteilnehmer erwerben Kompetenzen im richtigen Umgang mit Behörden und Medien. Im Rahmen von Projektarbeiten werden Techniken der effektiven Krisenkommunikation eingeübt. Anhand zahlreicher Beispiele aus der Praxis werden Themen wie Risikobewertung, Organisation der Erstellung von Krisenplänen, Krisenkommunikationsstrategien, Produktrückrufe, Rechtsfragen im Krisenmanagement und Lerneffekte aus Krisen behandelt.

Praktische und berufliche Erfahrungen mit Qualitäts- und Risikomanagement-Systemen von Unternehmen der Agrar- und Ernährungswirtschaft sollten die Kursteilnehmer mitbringen.

 

Zielgruppe

Bildungsanbieter aus dem öffentlichen und privatwirtschaftlichen Bereich, die Wissen an Verantwortliche in Unternehmen, Organisationen und Verbänden der Agrar- und Ernährungswirtschaft vermitteln, die sich als zukünftige Koordinatoren in Krisenstäben und Task Forces ausbilden lassen wollen sowie Mitarbeiter in Behörden und öffentlicher Verwaltung.

 

Vorgaben aus dem EQA-Modul-Standard

 

Block 1 (8 Std. bzw. 2mal 4 Std.)

Auslöser von Krisen
  • Verantwortlichkeiten im Krisenmanagement bei Naturkatastrophen
  • Verantwortlichkeiten im Krisenmanagement beim Ausbruch und Verbreitung von Tierseuchen und Zoonosen
  • Verantwortlichkeiten im Krisenmanagement bei unentdeckten internen Managementfehlern
  • Verantwortlichkeiten im Krisenmanagement bei kriminellen Handlungen

 

Block 2 (8 Std. bzw. 2 mal 4 Std.)

Systematischer Umgang mit Krisensituationen
  • Organisation der Risikobewertung
  • Fallbeispiele der Erstellung von Krisenplänen
  • Fallbeispiele der Entwicklung einer Krisenkommunikationsstrategie (intern, extern)
  • Rückrufaktionen Planen, Durchführen, Nachbewerten

 

Block 3 (8 Std. bzw. 2 mal 4 Std.)

Nachbewertung – Lernen aus Krisen
  • Veränderungen von Standards und Normen nach Krisensituationen
  • Projektarbeit Beschreibung von Lerneffekten aus Krisen der letzten Jahre
  • Präsentation und Diskussion der Projektergebnisse
  • Soziale Medien in Krisen- und Katastrophensituationen sowie Unterstützung der Krisenbewältigung